Tödlicher Messerangriff in Chemnitz Angeklagter Alaa S. tauscht Pflichtverteidiger aus

Alaa S. steht in der kommenden Woche vor Gericht, weil er für eine tödliche Messerattacke in Chemnitz verantwortlich sein soll. Nun wurde bekannt, dass er einen neuen Pflichtverteidiger hat.

Blumen und Kerzen am Tatort (Archivfoto August 2018)
DPA

Blumen und Kerzen am Tatort (Archivfoto August 2018)


Der Angeklagte im Fall des tödlichen Messerangriffs in Chemnitz hat seinen Pflichtverteidiger gewechselt. Das bestätigte Ricarda Lang, die Wahlverteidigerin von Alaa S.

Sie sagte dem SPIEGEL, der Angeklagte habe über Monate versucht, Oliver Marson zu entpflichten. Auf Drängen der Wahlverteidigung habe das Landgericht Chemnitz diesem Wunsch entsprochen. Als neuer Pflichtverteidiger wurde Frank Wilhelm Drücke aus Crimmitschau bestellt.

Kommenden Montag beginnt der Prozess gegen Alaa S. Er soll im vergangenen August den 35-jährigen Daniel H. erstochen haben. Dem Syrer wird unter anderem gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen. Der zweite Tatverdächtige, Farhad A., ist auf der Flucht. Nach dem Iraker wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht.

Nach Daniel H.s gewaltsamem Tod gab es in Chemnitz Demonstrationen und Ausschreitungen, an denen auch Mitglieder der mittlerweile zerschlagenen mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle "Revolution Chemnitz" beteiligt gewesen sein sollen. Die Vorfälle stürzten die Regierung in eine schwere Krise, an deren Ende Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen seinen Posten räumen musste.

bbr/bel

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